Fruktose und erhöhte Blutfettwerte

Zuviel Fruktoseaufnahme hat hauptsächlich zwei Folgen:

  1. Erhöhung der Triglyceridwerte im Körper
  2. u. U. eine nichtalkoholische Fettleber

Verzehr von großen Fruktosemengen fördert die Neubildung von Fettzellen (Lipogenese) sowie die Einlagerung von Fetten im Fettgewebe sowie in der Leber stärker als die Aufnahme von Glucose. Es besteht hier ein direkter Zusammenhang zwischen Fructose-Aufnahme und Körperfettzunahme. Mehr und vollere Fettzellen führen wiederum zu mehr Insulinresistenz und verschlimmern daher das Krankheitsbild des Diabetes Typ 2. 

Als einheitlicher Succus der in den letzten Jahren zahlreich durchgeführten Studien kann festgehalten werden, dass jahrelange Konsumation von Fruktose den substantiellen Anstieg von Triglyceriden und eine Reduktion von HDL in der Zirkulation zur Folge hat

Die Diagnose einer nicht alkoholischen Fettleber (NAFLD) hat in den letzten Jahren vor allem in USA nahezu epidemische Ausmaße erreicht und ist die häufigste Ursache für chronische Lebererkrankungen.
Als NAFLD wird  definitionsgemäß eine Fettansammlung von > 5% der Hepatocyten gesehen. Auch in Europa ist diese Tendenz nachweisbar.

In einer aktuellen Studie wurde eine Prävalenz von NAFLD bei symptomfreien Probanden mit 42% gefunden, wobei sich bereits bei 12,2%  das fortgeschrittene Stadium der NASH entwickelt hat.
Es ist zu befürchten, dass sich in weiterer Folge bei vielen Betroffenen daraus eine nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH) und letztendlich Leberzirrhose entwickelt.

Diese Entwicklung betrifft Männer und Frauen gleichermaßen, jedoch ist das Risiko bei Adipositas deutlich erhöht. Zusätzlich bedeutet das Vorhandensein von NAFLD ein stark erhöhtes Risiko für cardiovasculäre Erkrankungen.
Auch Gicht hat in letzter Zeit wieder epidemische Ausmaße erreicht: weit über 5% der über 50-jährigen sind betroffen. 

In prospektiven Studien konnte der signifikante Zusammenhang zwischen Fruktose-Aufnahme und Gicht-Entstehung gezeigt werden. Eine Studie wurde mit 46393 Männern über 12 Jahre geführt, davon entwickelten 755 Probanden (1,6%) neu diagnostizierte Gicht. In einer anderen Studie wurden 78906 Frauen über 22 Jahre beobachtet,  778 (1%) von ihnen entwickelten manifeste Gicht [18]. Der biochemisch recht einfache Grund dafür ist die bereits erwähnte Harnsäureproduktion beim Abbau der Fruktose in der Leber.
Gicht ist die häufigste entzündliche Arthritis bei Männern. Es gibt eine direkte Korrelation des Risikos an Gicht zu erkranken mit steigendem Konsum von zuckergesüßten Getränken, ebenso von Fruchtsäften.  In der Studie wurde auch gezeigt, Diätgetränke keinen Einfluss auf die Entwicklung von Gicht haben. Bisherige Diätempfehlungen enthalten allerdings keinen Hinweis auf Zucker, lediglich das Meiden von Fleisch (als Purin-Quelle) und Alkohol wird propagiert. Fruktose ist bislang das einzige bekannte Kohlenhydrat, das die Harnsäurekonzentration steigert.