Spezielle Fragen zu Histamin und Histaminintoleranz
Wer mit dem Thema Histamin und Histaminintoleranz konfrontiert wird, hat meistens erst einmal viele Fragen. Was ändert sich jetzt für mich? Woher kommt das? Was tue ich jetzt am besten? Die Antworten darauf sind individuell, aber wir haben hier einige Fragen und Antworten rund um das Thema Histamin und Histaminintoleranz übersichtlich zusammengestellt.
Kann Sport eine Histaminintoleranz auslösen?
Bei Menschen, die sensibel auf Histamin reagieren, können anstrengende Sportaktivitäten den Körper „stressen“. Das kann verstärkt Histamin freisetzen und die Symptome eventuell verstärken. Außerdem ist während und nach einer intensiven Sporteinheit oder einem Wettkampf das Enzym DAO, das für den Abbau von Histamin zuständig ist, weniger aktiv.
Sport kann aber nicht direkt eine Histaminintoleranz auslösen.
Trotzdem muss niemand trotz Histaminintoleranz auf Sport verzichten.1-4
Unsere Tipps:
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Hören Sie auf Ihren Körper und passen Sie die Intensität Ihrer Lieblingssportart vielleicht etwas an.
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Wann immer möglich, machen Sie Sport an der frischen Luft statt in überhitzten Räumen mit schlechter Luft.
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Genießen Sie direkt nach dem Sport histaminreiche Nahrung mit Vorsicht oder unterstützen Sie den Körper mit DAOSiN®.
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Entspannen Sie sich nach dem Training und eilen Sie nicht gleich zum nächsten Termin.
Wo bekomme ich konkrete Listen mit dem Histamingehalt von Lebensmitteln?
Listen mit Analysewerten zu Histamin geben nur einen Wert des aktuell gemessenen Produkts. Der Histamingehalt kann aber selbst bei Wein, Käse oder Fisch je nach Lagerdauer, Lagerbedingung bzw. Frische und Sorte enorm schwanken. Diese Listen bieten daher nur eine sehr grobe Orientierung. Hier haben wir für Sie eine sogenannte Histamin-Ampel mit verträglichen und weniger verträglichen Lebensmitteln und Getränken zusammengestellt. Dennoch kann die Verträglichkeit individuell sehr unterschiedlich sein. Am besten finden Sie mit einem Essprotokoll heraus, was Sie gut und was weniger gut vertragen.
Ist Brot bei Histaminintoleranz tabu?
Oft wird von hefehaltigen Produkten wie Brot, Gebäck oder Suppenwürze mit Hefe abgeraten. Zu Unrecht, denn Hefe wird heute anders und „sauberer“ hergestellt als früher. Heute enthält Frisch- und Trockenhefe durch moderne Herstellungsverfahren deshalb kaum mehr Histamin. Wer unter Histaminintoleranz leidet, braucht deshalb nicht mehr auf Brot oder Suppenwürze verzichten.
Können auch Medikamente den Histaminspiegel negativ beeinflussen?
Möglicherweise behindern manche Medikamente den Abbau von Histamin durch das Enzym DAO.
Fragen Sie am besten in der Apotheke nach Wechselwirkungen oder allfälligen Ersatzprodukten, falls Sie regelmäßig bestimmte Medikamente einnehmen müssen.
Muss ich ein Leben lang histaminfrei essen, um beschwerdefrei zu bleiben?
Keine Angst, Sie müssen nicht lebenslang eine bestimmte Diät einhalten. Das können Sie mit gezielter Ernährungstherapie erreichen:
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Ihre Symptome werden stark gelindert oder gar verschwinden.
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Die Verträglichkeit von Nahrungsmitteln wird sich deutlich bessern.
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Sie werden wieder einen entspannteren Essalltag und eine höhere Lebensqualität genießen können.
Gut zu wissen! Wichtig ist vor allem, dass Sie nicht auf Dauer an „Histamin-Listen“ hängen bleiben und damit Ihren Essalltag massiv einschränken. Nur ein systematisches Ausprobieren und ein Herantasten an die individuelle Verträglichkeit bringt Sie ans Ziel. Falls trotz professionell begleiteter Ernährungstherapie keine Besserung eintritt, gilt es andere Ursachen zu suchen. Eine Dauerdiät ist keinesfalls zielführend.
Wer hilft mir weiter?
Für die Diagnose wenden Sie sich am besten an
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Fachärztin oder Facharzt für Innere Medizin (Spezialgebiet Gastroenterologie) oder ein
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Allergieambulatorium
Professionelle Ernährungsberatung bieten Diätologinnen. Finden Sie eine kompetente Ernährungsfachkraft in Ihrer Nähe Gesundheitsberuferegister.
Quellen:
1 The Intriguing Role of Histamine in Exercise Responses. Meredith J. Luttrell and John R. Halliwill. Exerc Sport Sci Rev. 2017 Jan; 45(1): 16–23.
2 Postexercise hypotension and sustained postexercise vasodilatation: what happens after we exercise? Halliwill JR, Buck TM, Lacewell AN, Romero SA. Exp Physiol. 2013 Jan; 98(1):7-18.
3 Elevation of histidine decarboxylase activity in skeletal muscles and stomach in mice by stress and exercise. Ayada K, Watanabe M, Endo Y. Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol. 2000 Dec; 279(6):R2042.
4 Barrett‐O’Keefe, Z., Kaplon, R. E. and Halliwill, J. R. (2013), Sustained postexercise vasodilatation and histamine receptor activation following small muscle‐mass exercise in humans. Experimental Physiology, 98: 268-277. doi:10.1113/expphysiol.2012.066605










